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Zukunftscluster „NeuroSys“ ist Chance für Region

07.02.2022

Neuromorphe Computer können leistungsstarke Grundlage für Künstliche Intelligenz sein.

Computerhardware stößt immer mehr an ihre Grenzen – Hilfe bringen innovative Hardwarekonzepte wie die sogenannten neuromorphen Systeme. Den beiden Grundbausteinen des Gehirns – Neuronen und Synapsen – nachempfunden, können sie als leistungsstarke und gleichermaßen ressourcenschonende Hardware der Zukunft dienen.

Das Zukunftscluster „NeuroSys – Neuromorphe Hardware für Anwendungen der künstlichen Intelligenz“ wird hierzu forschen. Es will durch den Transfer der exzellenten Grundlagenforschung aus der RWTH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich hin zu neuromorphen Bauelementen und Algorithmen eine tragfähige Technologiebasis entwickeln, die insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz Anwendung ndet. Gefördert wird „NeuroSys“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, im Rahmen der „Cluster4Future“-Inititiative ist das Vorhaben Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung.

„Unsere Vision ist, den Standort Aachen-Jülich weltweit führend im Gebiet des Neuromorphic Computing für Forschung, Entwicklung und Anwendung auszubauen. NeuroSys ist eine große Chance für unsere Region und den Strukturwandel des Rheinischen Reviers. Wir werden exzellente Wissenschaft in Unternehmen und Start-ups vor Ort transferieren”, sagt der Koordinator des Zukunftsclusters, Professor Max Lemme, Leiter des Lehrstuhls für Elektronische Bauelemente der RWTH Aachen und wissenschaftlicher Geschäftsführer der AMO GmbH. „Wir wollen ein vollständiges Ökosystem entwickeln: von der Materialwissenschaft bis hin zu dedizierter Software, welche die Leistungsfähigkeit der neuen Technologie demonstriert. Diese Entwicklung wird durch die Thematisierung der entscheidenden ethischen und sozioökonomischen Fragen im Zusammenhang mit KI begleitet. Künstliche Intelligenz muss sich an europäischen Werten orientieren, Sicherheit, Datenschutz und Souveränität müssen bereits durch das Design gewährleistet sein.“

Es bestehe die Chance, eine technologische Unabhängigkeit für Europa in diesem ethisch und wirtschaftlich sensiblen Bereich zu erreichen. KI ist dabei eine Schlüsseltechnologie der Zukunft und wird Baustein für eine nächste globale Entwicklungsstufe sein – nicht nur in Bezug auf Wirtschaftswachstum, sondern auch für die Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen wie Klimawandel, Gesundheit, Arbeit und Mobilität.

Akteure im Zukunftscluster sind die RWTH Aachen, das Forschungszentrum Jülich, die AMO GmbH, die IHK Aachen sowie die Unternehmen AixACCT Systems GmbH, AIXTRON SE, AppTek GmbH, ELMOS Semiconductor SE, RWTH Innovation GmbH und STAR Healthcare sowie die Start-ups AiXscale Photonics UG, Black Semiconductor GmbH, Clinomic GmbH und Gremse-IT GmbH. Das Kick-off-Meeting der Projektakteure fand heute statt.